KAPSTADT - #2 ROBBEN ISLAND 33 80 67° S 18 36 62°E





Ihr Lieben,

an was denkt ihr, wenn ihr Robben Island hört? An Nelson Mandela, oder? 

Ja, so ist es auch uns gegangen. Bis zu unserem Besuch heute auf Robben Island wusste ich nur, dass es sich um eine Gefängnisinsel handelt auf der Nelson Mandela lebenslang inhaftiert war. Die Insel selbst hat jedoch schon sehr viel mehr menschliches Elend gesehen als wir uns vorstellen können und wollen.

Heute früh um 9.00h nehmen wir am Nelson Mandela Gateway direkt neben dem Clock Tower in der V&A Waterfront die Schnellfähre zur Insel. Die Tickets haben wir bereits vor einigen Wochen "online" gebucht, da es schwierig ist zur Hochsaison noch kurzfristig Tickets zu erhalten. Leider regnet es leicht und die See ist rau...irgendwie  aber auch das richtige Wetter, um diese historische Stätte zu besuchen.



Ganz kurz zur Geschichte der Insel: Mitte des 17. Jahrhunderts tauften die Holländer die Insel wegen ihrer vielen Robben "Robben Eiland". Allerdings wurde bereits 1636 hier die erste Strafkolonie errichtet, die im Jahre 1960 von der südafrikanischen Gefängnisverwaltung übernommen wurde. Mit Sicherheit war Nelson Mandela, der hier 18 Jahre verbrachte, der berühmteste Insasse. Erst 1991 wurde der letzte politische Gefangene entlassen. 8 Jahre später wurde die Insel wegen ihrer Bedeutung als Brutstätte für ca. 130 Vogelarten unter Naturschutz gestellt und in die Liste der UNESCO-Welterbestätten aufgenommen.



Die Fähre legt im Murray's Bay Harbour an und wir werden über Lautsprecher gebeten uns zu den bereits vorgehaltenen Bussen zu begeben. Wir steigen in Bus #1 ein und nachdem der Bus mehr als voll ist [wir sind in Afrika und bevor ein weiterer Bus organisiert wird, ist es selbstverständlich, dass einige während der gesamten Inselrundfahrt stehen] geht es endlich los.


Unser Guide ist ein ehemaliger Gefängnisinsasse. Er ist sehr gebildet, spricht fließend Englisch und Afrikaan und lebt heute noch auf der Insel. Während unserer Tour erfahren wir, dass er eigentlich schon pensioniert ist und heute nur eingesprungen ist, weil das Mikrofon im Bus ausgefallen ist und seine jüngeren Kollegen (ausgebildete Reiseleiter) nicht in der Lage sind die Tour ohne Mikrofon zu bestreiten. Wir sind sehr froh darüber, denn unser Guide spricht über Robben Island (Ausdehnung: 5km*3km) voller Leidenschaft mit Herz und Seele. Er berichtet ganz nebenbei auch von den vielen Staatsmänner und Vertreter von Königshäusern, die er bereits auf der Insel willkommen geheißen hat

Wie gesagt: wir sitzen im Bus und fahren von Station zu Station und unser Guide erklärt uns sehr mitreißend die Bedeutung und Hintergründe. Folgende Stationen fahren wir an:

Der Kalksteinbruch: hier mussten politische Gefangene mindestens sechs Stunden am Tag arbeiten. Der ständige Staub und das gleißende Sonnenlicht auf den weißen Kalkfelsen schädigte die Augen der meisten Inhaftierten.


Church of the Good Shepherd: Die Kirche wurde von Sir Herbert Baker entworfen und 1895 von Aussätzigen gebaut.


Der Leuchtturm: Der Leuchtturm wurde 1863 errichtet und ersetzt seit diesem Zeitpunkt die Signalfeuer. Sein Lichtstrahl ist 25 Kilometer weit zu sehen.


Nachdem wir ca. 1 Stunde die Insel mit dem Bus erkundet haben, gehen wir nun zum Eingang des Gefängnistraktes. Auch hier begrüßt uns ein ehemaliger Häftling in einem wunderbaren English und führt uns eine weitere Stunde durch die einzelnen Gebäude, Innenhöfe, Sportstätten, des Gefängnistracktes. Die Zelle (2*2,5m), in der Nelson Mandela 27 Jahre lang 16 Stunden eingesessen ist, ist wohl nicht nur für uns ein Highlight dieses Ausfluges.








Am Ende der Führung gehen wir durch das Eingangstor zurück - entlang von einem Souveniergebäude - zur Fähre.




Wir haben ein wenig Verspätung und somit gibt der Kapitän Vollgas bei der Rückfahrt zum Festland. Die Gischt spritzt hoch und wir spüren jede Welle des Atlantiks. 

*Aufgeblickt: der Besuch von Robben Island ist sehr touristisch. Nichtsdestotrotz empfehlen wir jedem Urlauber in Kapstadt dieses Highlight einmal zu besuchen, denn es gehört zur Geschichte des Landes hinzu. Für die meisten Einheimischen ist der hohe Preis für den Besuch (ca. 40€ pro Person) ein Manko, denn sie können sich einen Besuch auf der für ihre Geschichte so wichtigen Insel kaum leisten.





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