Dragon's Eye

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Sonntag, 10. Juli 2016

KLEINER ROTER RUCKSACK AUF DEM GEIGELSTEIN (1.808 Ü.N.N.)



Ihr Lieben,

heute haben wir die zweite Wanderung in dieser Saison bestritten. Lange im Vorfeld geplant - genaugenommen direkt nach unserer ersten Wanderung - haben wir uns zu acht (8!) um 8.30h am Samstag morgen am Parkplatz in Ettenhausen (Ortsteil Schleching) getroffen, um den Geigelstein zu erklimmen.

Leider schüttet es in Strömen und wir überlegen kurz (1 Minute) ob wir die für heute geplante Wanderung antreten oder nicht. Ich bin begeistert, da für jeden Wanderer die sportliche Aktivität überwiegt und wir können es alle kaum erwarten mit der Wanderung zu beginnen :-) 

Die ersten Meter gehen wir im leichten Regen bergauf auf dem Weg Nr. 8 und hoffen, dass das Wetter langsam besser wird. Da wir uns zu Beginn der Wanderung auf einem Forstweg befinden, ist der Regen halb so schlimm und jeder setzt die volle Hoffnung auf Trockenheit oberhalb der Baumgrenze ;-)

Side note: Acht Personen konditionell unter einen Hut zu bekommen ist eine Herausforderung ;-) Uns ist nach wenigen Höhenmetern klar, dass wir entweder den Geigenstein gemeinsam bezwingen oder aber die Gruppe teilen müssen. Wir entscheiden und mit dem überzeugenden Willen der schwächsten Person, den Gipfel gemeinsam zu erklimmen und die uns begleitende Hamburgerin ist im Nachhinein mehr als stolz einen bayerischen Berg (1808m ü.N.N.) als ersten Berg in ihrer Wanderkarriere bezwungen zu haben.

Nun aber zurück zur Beschreibung der Tour:

Wir starten auf dem ausgeschilderten Wanderweg Nr. 8 zur Wuhrstein-Alm, die an diesem Tag leider geschlossen ist...und eigentlich ist es auch gut so, da es zum aktuellen Zeitpunkt trocken ist und es eigentlich auch noch viel zu früh wäre um einzukehren ;-) Wir stapfen weiter bergauf durch das wunderschöne Almgebiet mehrerer Almen und erreichen über eine, sich in mehreren Serpentinen windenden, Forststraße nun die Wirtsalm auf 1.421m ü.N.N.






Blick von der Wirtsalm ins Tal

Wirtsalm 1421 ü.N.N.




Leider ist beim Erreichen der Wirtsalm unsere Gruppe so weit auseinandergerissen, dass wir uns entscheiden nun einzukehren und ein zweites Frühstück einzulegen. Die aufgeschlossene Wirtin ist erst seit diesem Jahr hier oben und kümmert sich gerade herzlich um ein kleines Kalb, welches sie zufüttert, da es sonst zu schwach wäre um auf der Alm bleiben zu können. Gleichzeitig erzählt sie uns, dass sie heute früh frischen Nußkuchen und einen Eierlikörkuchen gebacken habe und wir können es gar nicht erwarten diesen zu probieren...wir werden nicht enttäuscht und bestellen gleich nochmal zwei Stücke.

Frisch gestärkt können wir nun die ca. letzten 400 Höhenmeter bis zum Gipfel angehen. Lt. Wegweiser wird dies ca. 1,5h dauern. Ab hier verschwindet die große Forststraße, und ein kleiner Steig (ebenfalls Weg Nr. 8) führt zum Teil durch den mit Kieferlatschen bewachsenen Hang des Geigelsteins bis zum Gipfel.


Ziel erreicht! Der zweite Gipfel der Saison ist bezwungen :-) und wir sind stolz dieses Ziel geschafft zu haben. Leider spielt der Wettergott nicht ganz mit und wir verlassen nach einer nur kurzen Stärkung am Gipfelkreuz die kalte und windige Umgebung. Heute spüren wir die Natur mit allen ihren Facetten. Der in allen Wanderforen und Apps angepriesene 360 Grad Rundumblick ist wolkenverhangen und eingetrübt. Ich finde es faszinierend, was die Natur uns heute bietet!





Nichtsdestotrotz müssen wir bald mit dem Abstieg in nördlicher Richtung zum Geigelsteinsattel beginnen, da die Wolken am Himmel immer dunkler werden. Über ein Almplateau - vielmehr über nasse Wiesen - schaffen wir es gerade so vor dem Wolkenbruch auf die auf  1.700 m ü.N.N. hochgelegene Roßalm. 







Wir machen das beste daraus und genießen bei Hausmusik heißem Kaffee und kühlem Bier unsere nächste ungeplante Rast bis der Himmel sich wieder beruhigt hat. Beiläufig erfahren wir vom urtypischen Senner, dass es sich bei der Rossalm um höchstgelegene Alm in Deutschland handelt - auf dem zweithöchsten Gipfel im Chiemgau ;-)...auch ohne schlechtem Wetter, ist sie auf jeden Fall wegen des urigen Almsenners einen Einkehrschwung wehrt ;-)

Immer noch dem Weg Nr. 8 folgend gehen wir am Schneegraben vorbei - ja, dieser Fleck verdient den Namen zurecht, da im Juli immer noch Schnee liegt - weidende Kühe kreuzend und pfeifende Murmeltiere bewundernd weiter hinab ins Tal bis wir die Haidenholz-Alm erreichen.




Von hier aus geht es auf Weg Nr. 8 stetig bergab, bis wir wieder unseren Ausgangspunkt erreichen.



*Aufgeblickt: Insgesamt sind wir heute ca. 15,3 km gewandert und haben für den Aufstieg ca. 4h benötigt. insgesamt haben wir ca. 900 Höhenmeter gezwungen. Hier nochmals die Streckenkarte inkl. das Höhenprofil sowie den QR Code, um die Informationen direkt abzuspeichern :)
 

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